Heizungsoptimierung Teil 4 – hydraulischer Abgleich

27.10.2016
Der hydraulische Abgleich in Heizungssystemen



Die Ausgangslage

Wasser sucht sich bekanntlich immer den Weg des geringsten Widerstandes. Es fließt also lieber durch große kurze Rohre als durch kleine lange. Die Folge ist, dass manche Heizkörper im Haus überversorgt und manche Heizkörper unterversorgt werden. Meist sind die Heizkörper in den oberen Etagen zu kalt und in den unteren Etagen wird es viel zu warm.

Um Abhilfe zu schaffen, wird oft die Kesseltemperatur und / oder die Pumpenleistung erhöht, denn es soll ja auch in den oberen Etagen schön warm werden. Dadurch steigen aber die Energiekosten noch weiter in die Höhe und Fließgeräusche sind keine Seltenheit.

Die Lösung - der hydraulische Abgleich

Was ist der hydraulische Abgleich?

Der sogenannte "hydraulische Abgleich" sorgt dafür, dass alle Heizkörper im Haus nur genauso viel Energie bekommen, wie Sie auch tatsächlich benötigen, um den Raum auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Eine Über – bzw. Unterversorgung wird damit verhindert.

Wie funktioniert dies?

Vor jedem Heizkörper muss ein voreinstellbares Thermostatventil installiert werden, es sei denn, es ist bereits vorhanden. Dieses Thermostatventil wird unter dem Thermostatkopf voreingestellt. Diese Voreinstellung wird vorher von uns an Hand eines Computerprogrammes errechnet. Dabei spielen Objekt-bezogene Fakten wie: Fensterart, Fenstergröße, Außenwände, Dämmung, Dach, Raumgröße, Wunschtemperatur und Vieles mehr eine ausschlaggebende Rolle.

Wieviel Energieeinsparung ist möglich?

Manche Hersteller werben mit bis zu 15% Energieeinsparungen durch den hydraulischen Abgleich. Wir sind etwas passiver und sagen bis zu 10% sind nachweislich möglich. Viele unserer Bestandskunden, die nun seit mehreren Jahren ein abgeglichenes Heizungssystem haben, zeigten uns dies anhand Ihrer Verbrauchswerte.

Sind eventuelle Zusatzmaßnahmen notwendig?

Wir empfehlen, wenn noch nicht vorhanden, immer eine Hocheffizienzpumpe zusätzlich zum hydraulischen Abgleich einzubauen. Dadurch ist eine noch höhere Energieeinsparung möglich – Schauen Sie dazu auch Heizungsoptimierung Teil 3 – Austausch der Heizungspumpe.
Immer sollte man die Regelung der Heizung nach erfolgtem hydraulischem Abgleich neu einstellen und auch dort das Optimierungspotenzial nutzen.
Eventuell sind auch Zusatzbauteile wie ein Differenzdruckregler oder ein Strangregulierventil notwendig. Dazu beraten wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch!

Ist auch bei einer Fußbodenheizung ein hydraulischer Abgleich möglich?

Ja, ist es!  Dies funktioniert ähnlich wie bei Heizkörpern. Da wir bei der Fußbodenheizung keine Thermostatventile haben, wird dort falls notwendig der Fußbodenheizungsverteiler gegen einen voreinstellbaren Fußbodenheizungsverteiler ausgewechselt. Die restliche Vorgehensweise bleibt die gleiche, auch dieser kann dann auf den tatsächlichen Bedarf eingestellt werden.

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es?

Über die Bafa und die KFW-Bank sind immer wieder interessante Förderungsmöglichkeiten verfügbar, aktuell wird ein hydraulischer Abgleich so hoch gefördert wie noch nie!
Es werden aktuell rückwirkend auf einen hydraulischen Abgleich 30% der Nettoinvestitionssumme als Zuschuss von der Bafa gewährt!
Über die KFW werden aktuell 15% der Bruttosumme in Verbindung mit einem Heizkesseltausch bezuschusst. Für viele weitere Förderprogramme ist der hydraulische Abgleich keine Option sondern bereits eine Bedingung. Ohne hydraulischen Abgleich gibt es dort keine Förderung bzw. Bezuschussung. Über die genauen Bedingungen klären wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch auf!

Gerne beraten wir Sie auch persönlich zum Thema hydraulischer Abgleich und erstellen Ihnen Ihr unverbindliches Angebot!


Ihr Gehrke-Team